CDU Stadtverband Erkner

Neue Nutzungsgebührenordnung für die Sportstätten der Stadt Erkner

Ein Geschenk auf Kosten der Mehrheit

Die Gebührenordnung ist seit ca. 20 Jahren für die Sportvereine in unserer Stadt preisstabil gewesen. Nun nach vielen Jahren und der Notwendigkeit, die Stadtkasse zu stabilisieren, wurde mehrheitlich beschlossen, die Nutzungsgebührenordnung anzupassen.  Dazu trat der Kämmerer mit den Vereinen in einen Austausch.

Die Ausgangslage sieht wie folgt aus:

Der Eigenbetrieb Sportstätten Erkner verzeichnete jährliche Defizite in Höhe von 120.000 Euro in 2025 bis 250.000 Euro in 2024. Im Wirtschaftsbericht sind aber die finanziellen Verpflichtungen (Kredite) gegenüber Banken zu Gunsten der Sportliegenschaften in Höhe von ca. weiteren 400.000 Euro nicht aufgeführt.

Es bestehen folgende Kredite:

-Stadthalle Erkner  1x 48.500 Euro

                                  1x 62.100 Euro

-Erich-Ring-Stadion   107.000 Euro

-Kunstrasenplatz im Erich-Ring-Stadion (Sportplatz Erkner)  50.000 Euro

-neue 3-Feld-Turnhalle Grundschule Erkner 154.000 Euro

Insgesamt bezuschusst der Steuerzahler die Sportstätten in Höhe von mindestens 500.000 Euro pro Jahr, Tendenz steigend.

Die Haupteinnahmen erfolgen durch Zahlungen des Kreises für den Schulsport der Oberschule und Gymnasium sowie die Vermietung der Liegenschaften an kommerzielle Kunden.  Die Nutzung ist für Grundschüler kostenfrei, weil es die Aufgabe der Stadt ist, Sportstätten für die Grundschule bereitzustellen.

Die alte Gebührenordnung regelt eine Kostenfreiheit für den Kinder- und Jugendsport in den Turnhallen und dem Erich-Ring-Stadion (Sportplatz Erkner) für Erkneraner Vereine. Für die Benutzung durch Sportgruppen mit Erwachsenen wurde ein Betrag von 4,00 Euro pro Stunde festgelegt.

Der Tennisverein zahlte für einen Platz 7,00 Euro für Erwachsene, die Kegler einen Betrag in Höhe von 9,50 Euro.

Die Stadtverwaltung hat errechnet, dass die Kosten für eine Stunde Sport auf Platz oder Feld bei ca. 76,00 Euro liegt.

Als Ausgangslage war klar, dass der Vereinssport diese Kosten i. H. v. 76,00 Euro nicht decken kann und - politisch gewollt-, auch nicht muss.

Für mich war aber auch klar, dass jeder Verein zukünftig einen Anteil zu tragen hat, um das Defizit abzumildern und auch gegenüber der Öffentlichkeit zumindest symbolisch eine Mitwirkung aufzuzeigen.

So zog unser Stadtkämmerer von Verein zu Verein und "handelte" die Grundlagen für die neue Nutzungsgebührenordnung aus. Das Ergebnis wurde in den Ausschüssen der Stadt im Monat September vorgestellt und beraten.

Zu meinem Erstaunen wurde erklärt, dass der Kinder- und Jugendsport weiterhin kostenfrei bleibt und der Erwachsenensport auf Platz oder Feld pro Stunde 10,00 Euro kosten wird.

Der Tennisverein, der offensichtlich keine Lobby in den Parteien hat, zahlt 13,00 Euro pro Platz und Stunde, obwohl sich hier nur zwei bis 4 Spieler das Feld teilen.  In der Diskussion zeigte sich, dass die SPD, Die Linke, Die Grünen und AFD an einer Kostenfreiheit für den Kinder- und Jugendsport festhalten wollen. Auch die 10,00 Euro werden als auskömmlich empfunden, weshalb es keinen Widerspruch gab.

Ich habe widersprochen, weil ich der festen Ansicht bin, dass 10,00 Euro pro Platz/ Feld und Stunde lächerlich wenig sind. Gerade auf dem Fußballplatz trainieren täglich unzählige Personen. Rechne ich diese vielen Sportler durch 10 ergibt sich ein Kostenbeitrag pro Stunde von wenigen Cents pro Person.

Beim Kinder- und Jugendsport trainieren dutzende Kinder und Jugendliche auf Platz und Feld. Auch hier könnten sich viele einen Betrag teilen.

Die Begründung, es träfe viele sozial schwache Mitmenschen lasse ich hier nicht gelten. Einige wenige werden möglicherweise sozial schwach sein, aber die Mehrheit eben nicht.

Für die Ausnahmen könnten Entlastungen vorgesehen werden.

Die Bürgerschaft in Erkner, welche mehrheitlich nicht Sport in einer Turnhalle oder auf einem Sportplatz betreibt, bezahlt mit ihrem Steuergeld die Liegenschaften und alle anderen finanziellen Investitionen in unsere Jugend. Die finanziellen Investitionen in Kita, Hort, Grundschule, Jugendclub und Sport verschlingen einen Großteil der Steuergelder. Es ist richtig und wichtig, in unsere Kinder zu investieren, aber alles hat seine Grenzen.

Gerecht wäre es, wenn unsere Bürgerschaft in Erkner von seinen Steuermitteln ebenfalls durch Investition in unsere Grünanlagen, Wege und Plätze profitieren würde.

Durch die vielen Subventionen/ Sozialgeschenke und Verbindlichkeiten fehlt das Geld für neue Wege und Brücken und das auch, weil unsere Sportler in Erkner mit Rückendeckung vieler Abgeordneter es für nicht nötig halten, sich finanziell angemessen zu beteiligen.

Hauptsache das Flutlicht läuft, die Umkleiden sind schön beheizt und das Duschwasser ist angenehm warm. Wehe wenn nicht, dann wird sich in der Stadt bitterlich beschwert.

In der gleichen Sitzung wurde die Einführung einer Übernachtungssteuer i. H. v. 6,5 Prozent eingeführt und angekündigt, die Grundsteuer erhöhen zu wollen.

Soziale Gerechtigkeit ist und bleibt keine Einbahnstraße!