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Presse
18.03.2018, 16:51 Uhr | MOZ/Martin Stralau Übersicht | Drucken
Stadt und Heimatverein erinnern an den Bombenangriff am 8. März 1944 / Damals verloren 236 Menschen in Erkner ihr Leben
Gedenken mit bewegendem Zeitzeugenbericht


Erkner (MOZ) Die Stadt und der Heimatverein haben am Donnerstag mit Kranzniederlegungen auf dem Friedhof und an der Erinnerungsstätte Neu Zittauer Straße/Ecke Hohenbinder Weg den Opfern des verheerenden Bombenangriffs vor 74 Jahren gedacht. Man sei zusammengekommen, um an die zu erinnern, „die am 8. März 1944, dem schwärzesten Tag Erk-ners, ihr Leben ließen“, sagte Joachim Schulze, Vorsitzender des Heimatvereins. Seinen Worten auf dem Friedhof lauschten etwa 35 Gäste, darunter auch der frisch gewählte Bürgermeister Henryk Pilz.


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© Foto: MOZ/Martin Stralau
Der Heimatverein konnte nach jahrelanger Recherche neue und belegbare Zahlen zu Opfern und Schäden des Angriffs zusammentragen. War man bisher immer von 229 Toten ausgegangen, sind nach jetzigen Erkenntnissen damals 236 Menschen ums Leben gekommen. Darunter waren 148 Bürger aus Erkner, 35 Kinder, 15 ausländische Fremd- beziehungsweise Zwangsarbeiter sowie neun unbekannte Opfer. Viele von ihnen waren in unzureichend ausgebauten Splittergräben gestorben. Allein im Keller des Gemeindeamtes, in der Friedrichstraße 10, verbrannten fast 20 Menschen bei lebendigem Leib, da hier Kohlen gelagert und die Fenster vergittert waren, heißt es im Bericht des Heimatvereins. Auch was die Zerstörung der städtischen Substanz betrifft, sind die Zahlen verheerend. Von damals 1333 Wohn- und öffentlichen Gebäuden wurden 1007 (75 Prozent) beschädigt. 413 wurden komplett vernichtet, 127 so schwer beschädigt, dass sie vorerst nicht mehr nutzbar waren.

Für Gänsehaut sorgte ein Zeitzeugenbericht, den Heimatvereinsmitglied Hans Hoffmann vortrug. Verfasst hat ihn der inzwischen verstorbene Wolfgang Erdmann im Februar 2004. Fast 60 Jahre seien vergangen, doch die Erlebnisse vom 8. März 1944 sehe er immer noch ungetrübt vor seinen Augen, schrieb er. Er ist mit zwölf Jahren das älteste von sechs Kindern und bereitet in der Wohnung in der Bahnhofstraße 4 mittags gerade das Essen für alle zu, als der Fliegeralarm los geht. Den „Bombenhagel“ erlebt er im Rathaus-Luftschutzkeller, der „vollgestopft mit Menschen“ ist. Als alles vorbei ist, kämpft er sich mit einem anderen Jungen wie andere auch „in irgendeine Richtung davon“, fährt mit ihm in einem Ruderboot auf den Dämeritzsee. Dort brechen beide Kinder in Gedanken an ihre Angehörigen in Tränen aus. Dass seine Mutter und seine fünf Geschwister noch existieren, daran glaubt Wolfgang Erdmann nicht mehr. Drei Tage später sieht er alle lebend wieder.



aktualisiert von Karla Wulff, 18.03.2018, 16:55 Uhr

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