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Presse
10.12.2011, 14:40 Uhr | MOZ/Anke Beisser
Brisante neue Schutzzone fürs Trinkwasser
Artikel MOZ vom 01.12.11
Erkner (MOZ) Das Land will ein neues Trinkwasserschutzgebiet für Erkner und Neu Zittau festlegen. Der Entwurf der Verordnung liegt zur Zeit aus. Er birgt massives Konfliktpotenzial mit den Entwicklungszielen in Erkner, Neu Zittau und im Gewerbegebiet Freienbrink.

Erkner bereitet einen neuen Flächennutzungsplan vor. Erklärtes Ziel ist es, neue Wohngebiete auszuweisen. Zu den Flächen, die in Frage kommen, gehören an vorderster Stelle Waldstücke in Karutzhöhe - mitten im neuen Trinkwasserschutzgebiet, wenn der Entwurf der Verordnung in Kraft tritt. Neue Baugebiete sind aber laut dem Entwurf verboten - ein harter Konflikt ist programmiert, da die Stadtverwaltung auch Schwierigkeiten hat, neue Wohnbauflächen anderswo zu finden. Für die Stadt steht nichts Geringeres auf dem Spiel als ihr Status als Mittelzentrum.

Indes sind nicht alle Erkneraner Feuer und Flamme für das Ziel: Der Ortsverein Karutzhöhe beobachtet die Entwicklung sehr kritisch; bei einem von dem Verein organisierten, sehr gut besuchten Informationsabend äußerte sich die Mehrheit der Teilnehmer eher ablehnend zu neuen Wohngebieten.

Diese, so die Vorstellung von Erkners Bürgermeister Jochen Kirsch, könnten von Menschen bezogen werden, die im benachbarten Güterverkehrszentrums (GVZ) und Gewerbegebiet Freienbrink arbeiten, das zu Grünheide gehört. Denn auch dieses Areal soll mit seiner ganzen Fläche Bestandteil des Trinkwasserschutzgebietes werden - die ehrgeizigen Ansiedlungspläne wären mit der Verordnung zumindest in Frage gestellt. Ob sie ausgeschlossen sind, wird vermutlich Gegenstand heftiger Debatten werden, denn der Entwurf sieht für so ziemlich jedes Verbot die Möglichkeit von Ausnahmen vor. Grünheides Bürgermeister Arne Christiani jedenfalls erkennt einen klaren Widerspruch zu den Aussagen der Landesentwicklungsplanung, die Freienbrink als Industriegebiet sieht. Nächste Woche will er sich mit Vertretern aus Erkner, Regionalplanern und den Vermarktern des GVZ zusammensetzen, um über eine Stellungnahme zu beraten.

Auch für Neu Zittau hätte der Entwurf der Verordnung "böse Auswirkungen", so Amtsdirektor Joachim Schröder aus Spreenhagen. "Dann dürfen wir in dem Bereich den Flächennutzungsplan nicht mehr ändern und keine Baugebiete ausweisen." Somit entfiele ein komplettes Gebiet, das für die im Landesentwicklungsplan gebilligten zehn Prozent Einwohner-Zuwachs in Frage käme. Schröder leuchten die Regelungen auch nicht ein. Kühe dürfen in dem Bereich auf der Wiese stehen. "Die pullern am Tag bis zu 30 Liter." Bei 200 Tieren, die hier mehrere Monate verweilen, komme da einiges zusammen. Warum aber dürfe kein Baugebiet eingerichtet werden, obwohl die Grundstücke ordnungsgemäß an die Kanalisation angeschlossen wären.

Es geht aber nicht nur um Entwicklungsziele, in die der Trinkwasserschutz eingreift. Der Entwurf der Verordnung untersagt zum Beispiel ebenfalls undichte Abwassergruben, Erdwärme-Bohrungen oder Freiland-Tierhaltung - "wenn die Ernährung nicht wesentlich auf der genutzten Weidefläche erfolgt", heißt es im Entwurf.

Die Unterlagen liegen noch bis 8. Dezember öffentlich aus. In der Rathäusern von Erkner und Grünheide sowie der Amtsverwaltung Grünheide.


aktualisiert von Karla Wulff, 10.12.2011, 14:43 Uhr
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