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Presse
01.04.2011, 09:25 Uhr | MOZ /Joachim Eggers 29.03.2011 18:50 Uhr Übersicht | Drucken
Der Fluglärm wird Erkner hart treffen

Was sich vor zwei Wochen abgezeichnet hat, hat sich in der Sondersitzung der Fluglärm-Kommission vom Montag verdichtet: Die Abflug-Route vom Flughafen Schönefeld auf der Nordbahn in Ost-Richtung geht über Erk­ner hinweg. Auch Woltersdorf wird nach Einschätzung von Bürgermeister Rainer Vogel hart getroffen.



Vogel, der wie Schöneiches Bürgermeister Heinrich Jüttner erstmals an der Sitzung teilnahm, zog gestern ein sehr pessimistisches Fazit der Veranstaltung. Auf der Nordbahn in Richtung Osten sollen die Flieger geradeaus fliegen – eine Strecke, die geradewegs über Erkner hinwegführt. Die Variante, über dem Müggelsee nach Norden abzuknicken und dann an Schöneiche vorbei zu fliegen, ist nach Angaben von Clemens Wolter, dem Vertreter Erkners, endgültig verworfen worden, weil sie zu viele Bürger mit Lärm belaste.

Allerdings sei die genaue Auffächerung nach dem Geradeaus-Start offen geblieben, sagte Wolter. Er habe dazu noch einmal zwei Anträge gestellt, um zu erreichen, dass die Flieger südlich von Müggelheim nach Osten abknicken, damit sie zwischen Erk­ner und Neu Zittau hindurchfliegen.

Wolter verspürte ab einem bestimmten Zeitpunkt der Diskussion einen starken Druck, Entscheidungen zu fällen. Genauso hat es Woltersdorfs Bürgermeister Rainer Vogel erlebt. Er kritisierte das Vorgehen mit scharfen Worten. „Die Beschlüsse wurden durchgepeitscht, in einer Gemeindevertretersitzung würde man eine Abstimmung ablehnen, weil keine vernünftigen Vorlagen da waren – eine Frechheit.“ Inhaltlich ist ihm aufgestoßen, dass es den Versuch gegeben habe, Verkehr von der Süd- auf die Nordbahn zu verschieben. Erkner und auch Woltersdorf werden nach seiner Einschätzung die Orte im Umfeld des BBI, die sowohl beim Abflug als auch beim Anflug hart getroffen werden. Ein Sammelpunkt, von dem aus die landenden Maschinen in gerader Linie auf den BBI zufliegen, befindet sich direkt über Erkner – wobei Wolter ihn eher über Karutzhöhe sieht, Vogel dagegen über dem Flakensee.

Die Einladung in die Fluglärm-Kommission hat im Nachhinein aus Vogels Sicht eine Alibi-Funktion erfüllt. „So kann man nicht sagen, wir seien nicht gefragt worden.“ Ähnlich sieht es Schöneiches Bürgermeister Heinrich Jüttner. Für ihn kam die Einladung in die Kommission zu dem Zeitpunkt, als die Variante, bei der Schöneiche belastet worden wäre, wieder vom Tisch war. „Sollten wir doch betroffen sein, aber nicht eingeladen gewesen, hätten die Planer einen Formfehler gemacht – über so etwas freut sich jedes Gericht“, erklärt er sich die überraschende Beteiligung.

Vogel will jetzt vor allem für das Nachtflugverbot kämpfen und noch einmal vorschlagen, was die Gemeindevertreter schon einmal abgelehnt haben – nämlich den Beitritt zur Schutzgemeinschaft der Umlandgemeinden, den auch Erkner und Grünheide vollzogen haben. Vogel denkt dabei daran, zum Beispiel von Schallschutzmaßnahmen zu profitieren.



aktualisiert von Karla Wulff, 01.04.2011, 09:28 Uhr

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